Woher hat der Regenbogen seine Farbigkeit? Zum Zusammenhang von Helligkeits- und Farbwahrnehmung



Prof. Dr. Roger Erb



Donnerstag 25.09.
16.00 – 16.30 Uhr

in Hörsaal Orange


Abstract

Scheint die tiefstehende Sonne kurz nach dem Vorbeiziehen einer Regenwolke durch die klare Luft, kommt es manches Mal zu einer ganz unwirklichen Stimmung. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass um so mehr das sich vielleicht anschließende Erscheinen eines farbenprächtigen Regenbogens selbst naturwissenschaftlich Interessierte nicht gleich an Physik denken lässt, sondern sie einfach wieder aufs Neue beeindruckt.

Dabei ist an einem Regenbogen die Farbgebung nicht einmal das vordergründigste Ereignis: Der Bogen ist vor allem heller als der Bereich, von dem er umgeben ist. Ein solcher Unterschied macht ganz allgemein überhaupt erst, dass wir Dinge sehen – ein Unterschied in der Helligkeit oder aber auch in der Farbe. Beim Regenbogen nun ist die Farberscheinung ohne den Helligkeitskontrast gar nicht möglich.

Ein Regenbogen ist der Bereich der Regenwand, von dem besonders viel Licht zum Auge des Beobachters gelenkt wird. An der Grenze zwischen Hell- und Dunkelbereich entsteht der farbenprächtige Bereich, der sich mit den Regeln der Brechung an den Wassertropfen erklären oder auch als Farbsaum im Goethe’schen Sinne verstehen lässt. Der Zusammenhang wird im Vortrag mit einfachen Experimenten erläutert.

Zur Programmübersicht

Vita

Prof. Dr. Roger Erb studierte von 1980-1986 Physik und Germanistik für das Lehramt an Gymnasien an der Justus-Leibig-Universität Gießen. Anschließend absolvierte er seinen Schuldienst in Hessen und war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel, Fachbereich Physik. Er promovierte am Fachbereich Physik zum Dr. rer. nat. Thema der fachdidaktischen Dissertation: “Das Fermat-Prinzip als Grundlage für das Verstehen der Optik“. 2000 Habilitation für das Fachgebiet „Didaktik der Physik“ am Fachbereich Physik der Universität Gesamthochschule Kassel (Titel der Habilitationsschrift: „Das Thema ‚OptischeAbbildung’ im Physikunterricht“). Von 2002 bis 2010 übte er seine Professur an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd für Physik und Didaktik der Physik aus. Seit 2010 ist Erb Leiter des Fachverbands „Didaktik der Physik“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), sowie Direktor an der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL).