Farbgestaltung. Muss es partout passen?



Wenge-Di Gabrielle

Marcella Wenger-Di Gabriele



Freitag 26.09.
13.30 – 14.30 UHR &
15.00 – 16.00 UHR

Workshopraum Magenta


Abstract

Am Anfang jedes Auftrags zur Farbgestaltung ist vieles unbekannt. So bilden die Wünsche der Auftraggeber in Bezug auf Stimmungen, Wirkungen und Funktionen einen wesentlichen Teil der Analyse. Die teilweise berechtigte Skepsis von Baufachleuten gegenüber Farbgestaltern erzeugt hier mitunter ein Spannungsfeld in dem ein Ästhetik-Passepartout der Schlüssel zum bequem Überleben sein könnte.

In einem Punkt ist der vermeintliche Konsens, der, dass es passen soll, aber oft genau der, welcher die Geister scheidet und nicht selten ganze Projekte ins Wanken bringt. Perspektivenwechsel in der Betrachtung der Dinge bilden sicher eine unabdingbare Voraussetzung zur Verständigung bei ästhetischen Fragestellungen – aber wenn’s nicht passt, dann passt es nicht.

Gibt es Werkzeuge, Vorlagen oder Rezepte, die einen passgenauen Farbeinsatz garantieren? Welches wären die Voraussetzungen, damit diese Hilfen funktionierten?

Oder ist das Schloss, welches des passenden Schlüssels bedarf variabel?

Der professionelle Umgang mit Farbe erfordert vielfältige Farberfahrungen und einen reichen persönlichen Fundus an Farbtönen, Materialien und Oberflächen und phantasievolle Kommunikationsstrategien.

Anhand von Beispielen aus der Lehre, Vermittlung und Gestaltung mit Farbe werden Erfahrungen, Erkenntnisse und Strategien vorgestellt.

Unterstützt wird dieser Workshop von
Frau Dr. Stefanie Wettstein

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Vita

Als Farbgestalterin entwickelt Marcella Wenger-Di Gabriele in der Architektur massgeschneiderte, zweckdienliche Farb- und Materialkonzeptionen. Als Künstlerin agiert sie mit Leidenschaft für Farben an sich durch spielerisches, gelegentlich narratives Intervenieren in Räumen. Ihre Haltung zum Thema Farbe, Architektur, Handwerk und Gestaltung: Professionelle Gestaltungen erwachsen im Reflektieren von Architektur und Auftragsziel unter Berücksichtigung vielfältiger kontextbezogener Aspekte. Blosses Gefallen- oder gar Auffallen wollen, hat im besten Fall Mittelmässigkeit zur Folge. So sollte es vermieden werden, aalglatte Gestaltungen zu produzieren, deren einziger Makel in ihrer gefälligen Makellosigkeit liegt. Sie besuchte die Kunstgewerbeschule und gestalterische Berufslehre in Bern. Von 1995 bis 1998 absolvierte sie ihre Ausbildung zur Farbgestalterin HF in Zürich. Sie übt nur eine selbstständige Tätigkeit als Gestalterin in Kunst und Architektur aus. Marcella Wenger-di Gabriele ist Dozentin für Farbgestaltung am Haus der Farbe – Schule für Handwerk und Gestaltung in Zürich. Seit 2011 ist sie Leiterin der Vermittlungswerkstatt am Haus der Farbe.