Making Gold



Anke Zürn



Donnerstag 25.09.
14.30 - 15.30 Uhr &
16.00 - 17.00 Uhr



Abstract

Es gibt Zeiten da versucht man Gold zu machen
Nach reiflichen Überlegungen beschloss ich dem Vorbild anderer zu folgen, nämlich anzugeben in der Lage zu sein Gold machen zu können, zeigten zudem erste Versuche vielversprechende Resultate…
In temporären Goldmacherwerkstätten wird das Goldmachen für alle möglich. Die Installationen können an unterschiedlichen Orten und Kontexten sowie in unterschiedlichen Formaten durchgeführt werden. Anwesende können mitarbeiten. Während dieses Projektes entstehen so goldfarbene Pigmenten aus pflanzlichen Farbstoffen mit Bezug zu unterschiedlichen Orten, Pflanzen, Mineralien und Mitarbeitenden. Zu jedem Gold-Set gehört ein Probenröhrchen mit „GOLD“, der dazugehörige Filter, welcher für das abfiltrieren verwendet wurde, sowie Angaben zum Fundort / zur Herkunft der jeweiligen verwendeten Pflanzenspezies bzw. des verwendeten Substrates, mit Produktionsdatum und Produktionsort. Das Gold und diese Sets sind käuflich erwerblich, der Erlös fließt in meine Forschungsprojekte.

Forschungsreisen zur Goldküste
Zur Erkundung, Erforschung und Erschließung neuer Rohstoffvorkommen wurden – und werden auch heute noch – aufwendige Forschungsexpeditionen durchgeführt. Ich beschloss daher außerdem auch anzugeben in der Lage zu sein Gold zu finden. Investoren finanzieren dann meine Forschungstätigkeit, mein Equipment und auch meine Forschungsexkursionen selbst…
Ziel des Projektes sind Reisen mit einer mobilen Goldmacher-Werkstatt in die Länder Westafrikas, also Reisen in Richtung der ehemals sogenannten „Goldküste“ Westafrikas. Während der Forschungsreisen werden an unterschiedlichen Orten Pflanzen gesammelt und geologische Materialproben genommen, im Labor visuell untersucht, weiter bearbeitet und zu „GOLD“ gemacht. Durch die Reisetätigkeit von Europa nach Westafrika ändern sich Ort- und Kontext, und damit diesbezügliche Materialeigenschaften. Diese werden in situ beobachtet. Die ersten Reisen sind 2015 geplant, ebenso die Errichtung einer Forschungsstation im Senegal.

Werkformat und Publikation:
Alle Projekte werden (ver)öffentlich(t) durch ihre Durchführung. Sie werden begleitet und ergänzt durch eine Dokumentation, die Veröffentlichung von Werkstattberichten und durch temporäre Verlagerungen der Werkstatt in den öffentlichen Raum, in einen Ausstellungskontext oder eine Konferenz.
An der Konferenz „Farbe als Experiment“ werde ich mein Projekt MAKING GOLD vorstellen und biete allen Konferenzbesuchern an mit mir GOLD ZU MACHEN und so Teil des Projektes MAKING GOLD zu werden. Mit der Teilnahme willigen sie gleichzeitig ein, dass eine fotografische oder videobasierte Dokumentation des Workshops veröffentlicht werden kann.

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Vita

Anke Zürn ist freischaffende bildende Künstlerin und Materialforscherin. Sie ist seit Jahren Grenzgängerin zwischen den Disziplinen und sowohl im Kontext der Kunst, als auch im Kontext der Naturwissenschaften zuhause. Sie studierte Kunsterziehung und Chemie für das Lehramt an Gymnasien an der „Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart” und der „Universität Stuttgart“. Das Lehramtsstudium ergänzte Sie 1998 mit einer Dissertation am „Max-Planck-Institut für Festkörperforschung“ in Stuttgart zu topologischen Aspekten von Kristallstrukturen. Anschließend arbeitete sie drei Jahre als freischaffende Künstlerin und Kuratorin am selbstverwalteten Künstlerhaus Dortmund. 2001 folgte sie der Einladung von Professor Reinhard Nesper an das Laboratorium für Anorganische Chemie der ETH Zürich. Elf Jahre arbeitete sie dort zu Themen der anorganischen Strukturchemie und für die multimediale Vermittlung der Chemie. Von Juli 2012 bis Februar 2013 war sie künstlerische Gastforscherin am „Competence Center Arts Materials Research“ der Hochschule Luzern Design und Kunst.