Themenausstellung



Lehmputz – Farbe ist Material



FACHSCHULEN FARBE UND GESTALTUNG STUTTGART

Fachschule für Gestaltung, Fachrichtung Farbtechnik und Raumgestaltung



Info

Die diesjährige Abschlussklasse der Fachschule für Gestaltung, Fachrichtung Farbtechnik und Raumgestaltung präsentiert das Ergebnis eines Workshops zum Thema Lehmputz unter dem Leitmotiv „Farbe ist Material“. Anhand großformatiger Musterplatten 225cm x 105cm wird das „Urmaterial des Bauens“ zwischen Tradition und Innovation auf sein Potential zur Oberflächengestaltung abgeklopft. Aus ca. 150 experimentellen Mustern wurden 18 Arbeiten zur Ausführungsreife gebracht und die Herstellung dokumentiert. Die besten davon werden im Rahmen der Themenausstellung auf der Konferenz gezeigt.

 

1. Ausbildungsprofil staatlich geprüfter Gestalter (Fachrichtung Farbtechnik und Raumgestaltung)

Im Rahmen der Ausbildung an der Schule für Farbe und Gestaltung werden die Fachschülerinnen und Fachschüler auf die vielfältigen gestalterischen, technologischen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Aufgaben von Staatlich geprüften Gestalterinnen und Staatlich geprüften Gestaltern der Fachrichtung Farbtechnik und Raumgestaltung vorbereitet.
Neben der Weiterbildung im allgemeinen Bereich liegt der Schwerpunkt auf der Erweiterung und
Vertiefung des fachrichtungsbezogenen Wissens und der Fertigkeiten sowie der Entwicklung der
kreativen Fähigkeiten.
Die Fachschülerinnen und Fachschüler werden in die Lage versetzt, die Aufgaben des Berufsfeldes Farbtechnik und Raumgestaltung zu erkennen, zu strukturieren, zu analysieren, zu beurteilen und fachliche, kreative und wirtschaftliche Lösungen zu entwickeln. Dabei sollen im Rahmen von Kundenaufträgen und ganzheitlichen Projekten Lösungsmöglichkeiten entwickelt, begründet, durchgeführt, kontrolliert, ausgewertet, dokumentiert und präsentiert werden.
Bei der Fachschulausbildung wird insbesondere die Fähigkeit entwickelt, auf Veränderungen in
gestalterischen, technologischen und organisatorischen Bereichen sowie im Managementbereich sensibel zu reagieren. Sie müssen relevante Gestaltungsverfahren und Anwendungstechniken kennen und beurteilen, und sie jeweils nach qualitativen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten disponieren und einsetzen können. Die Weiterentwicklung technischer Möglichkeiten und sich verändernder Rahmenbedingungen sollen erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.
Die zweijährige Ausbildung führt zu folgenden Abschlüssen:

• Staatlich geprüfte Gestalterin/Staatlich geprüfter Gestalter (Farbtechnik/Raumgestaltung) Fachhochschulreife
• Meisterin/Meister im Maler- und Lackiererhandwerk

 

2. Theoretischer Gestaltungsansatz ‐ Materialität

Neben der Form und der Farbe ist das Material das dritte elementare Gestaltungsmittel in der Architektur. Einerseits entsteht Formverwirklichung nur über Materialeinsatz und andererseits ist Farbe immer Material, sowohl als appliziertes Farbmittel zu Veränderung vorhandener Oberflächen, als auch in Form der Materialeigenfarbigkeit. Als ein damit entscheidendes Bindeglied von der theoretischen Planung zur praktischen Ausführung erfordert der Einsatz von Material ein hohes Maß an Fachkenntnis. Das Wissen um Materialien, deren Eigenschaften, Verfügbarkeit, Herstellung und handwerkliche Ausführung kann nur über Erfahrungen erworben werden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für meisterliches Arbeiten und damit Ansporn und Herausforderung für Gestalter und zukünftige Meister ihres Handwerks. Hier zeigt sich nun auch das Wechselspiel aus Tradition und Innovation, welches wie ein roter Faden die Architekturentwicklung bis in unsere Gegenwart beeinflusst und an der sowohl Planer als auch an Gestaltung interessierte Handwerker teilhaben.

 

3. Praktische Anwendung – Beispiel Lehmputze

Im Rahmen einer fächerübergreifenden Projektarbeit „Materialität“ wird das Thema Lehm vertieft. Als Kooperationspartner stellt die Fa. Lesando – im Rahmen einer Überarbeitung der eigenen Produktlinien – ihr Wissen und ihre Ressourcen zur Verfügung. Ein Basisworkshop ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sich mit dem derzeitigen Stand der technisch-handwerklichen Ausführung von Lehmputzen vertraut zu machen und gestalterische Möglichkeiten zu erkennen. Hintergrundinformationen zur Produktentwicklung, Herstellung, Vertrieb und Vermarktung ermöglichen einen umfassenden Einblick in die Gesamtzusammenhänge eines traditionellen Baumaterials von der Lehmgrube bis zur hochwertigen Wandgestaltung beim Kunden. Eine Vertiefung im Rahmen des Entwurfs- und Werkstattunterrichts bietet die Möglichkeit die
ästhetischen Qualitäten des Materials kennenzulernen und weitere Möglichkeiten kreativer
Oberflächenbearbeitung auf experimentelle Weise auszuloten. Die zweistufige Erkundung führt über einen „Kreativworkshop“ mit einer Vielzahl von kleinformatigen Musterplatten (50 cm x 70 cm) zur Ausarbeitung, Kalkulation und Dokumentation anwendungsreifer Techniken, welche in der hier gezeigten Ausstellung präsentiert werden.

Verantwortlich:
OStR Dipl.-Ing. Architekt Klaus Friesch
Leiter Fachschule für Gestaltung
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