Kupfer als schillerndes Farbenspiel – Wie beeinflusst das Material die Farbgestaltung und das Objekt?



Eva Marguerre und Marcel Besau

Eva Marguerre und Marcel Besau



Freitag 26.09.
15.30 – 16.00 Uhr

in Hörsaal Rot


Abstract

Mit ihrem außergewöhnlichen Spiegel lotet das Studio Besau-Marguerre die Möglichkeiten natürlicher Verfärbungsprozesse von Kupfer aus.

Kupfer begleitet die Menschheit seit einigen tausend Jahren und war stets ein Hightech Produkt seiner Zeit. Neben den technologisch, konstruktiven Materialeigenschaften fasziniert das Material durch seine vielseitige Oberflächenerscheinungen, sei es in Form von Legierungen, Alterungsprozessen oder Oberflächenveredelungen wie Patinieren oder Polieren.

Dabei hat das Material einen starken emotionalen Zugang. In der experimentellen Auseinandersetzung mit dem Material erwecken Eva Marguerre und Marcel Besau dieses alte Thema zu neuer Schönheit.

Die physikalische Reaktion des edlen Materials Kupfer mit Wärme und oxidierenden Gasen wie Sauerstoff führt zu schillernd farbigen Strukturen auf der Oberfläche des Metalls. Im traditionellen Handwerk ist dieser Prozess des Weichglühens von Kupfer schon lange bekannt. Jedoch werden jene als Anlauffarben bezeichneten, natürlichen Kolorite oft als störend empfunden.

Studio Besau-Marguerre erkannten in den irisierenden Verfärbungen jedoch eine außergewöhnliche Schönheit und entwickelten ein Brennverfahren, das es ermöglicht, diese zu steuern. Abhängig von verschiedenen Parametern entstehen unterschiedliche Farben von zartgelb über pink bis hin zu blassblau – und es kommt eben jenes alternierende Farbspektrum zum Vorschein, welches der schimmernden Oberfläche des polierten Kupfers eine derart sinnliche Struktur verleiht. Jede Farbe gibt Hinweise auf diesen Prozess und erzählt so eine individuelle Geschichte seiner Entstehung.

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Vita

Studio Besau-Marguerre – dahinter stehen die beiden kreativen Köpfe Eva Marguerre (*1983) und Marcel Besau (*1980). Nach dem Studium von Produkt -und Kommunikationsdesign in Karlsruhe und Wuppertal gründete das Paar im Mai 2011 sein eigenes interdisziplinäres Designstudio in Hamburg, mit dem sie nicht nur Interior Design, sondern auch Visuelle Kommu-nikation, Editorial Design und Styling zu ihrem Repertoire zählen. Der gemeinsame Gestaltungsansatz der beiden führt zu außergewöhnlichen, innovativen Ideen und Produkten, in denen sie häufig einen experimentellen Einsatz ungewöhnlicher Materialien mit einer auffallenden Farbgestaltung kombinieren. In ihrer noch jungen Karriere konnten eva marguerre und marcel besau bereits beachtliche Erfolge feiern, wurden für zahlreiche internationale Designpreise nominiert, vom Rat für Formgebung wurden sie 2014 unter die 5 newcomer finalisten gewählt und nahmen an renommierten Messen und Ausstellungen im In- und Ausland teil.