Kann Farbplanung demokratisch sein?



Dr. Stefanie Wettstein



Donnerstag 25.09.
16.30 - 17.00 Uhr

in Hörsaal Rot


Abstract

Haben eine Stadt oder ein Dorf den Anspruch farbgestalterische Qualität im Ortsbild zu erreichen und gleichzeitig den Behörden, den Bauherren, den Planerinnen und den Handwerkern möglichst grossen gestalterischen Freiraum zu gewähren, so scheint dies auf den ersten Blick einen enormen Spagat zu bedeuten. Diesen versuchen nun Farbinstrumente zu überwinden, die in den letzten Jahren vom Haus der Farbe in Zürich für verschiedene Orte in der Schweiz entwickelt wurden. Sie basieren auf dem Ansatz alle am Bau Beteiligten gleichberechtigt mit Grundlagen, Informationen und Argumenten zu bedienen, damit Diskussionen auf hohem Niveau stattfinden können.

An die Stelle des bekannten „plan couleur“ treten so Kommunikations- und Planungsinstrumente, die primär befähigen und dadurch Qualität ermöglichen, bzw. nachhaltig fördern. Nicht zuletzt dienen die in der Regel publizierten und in Ausstellungen zugänglich gemachten Studien auch einer allgemeinen Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema der Farbgestaltung im Kontext eines Stadt- oder Ortsbildes.

Die mehrjährige Erfahrung in der Entwicklung derartiger Instrumente zeigt, dass jeder Ort sein eigenes massgeschneidertes Werkzeug benötigt. Dieses fusst primär auf dem bestehenden Kolorit des Ortes, ist aber auch von den architektonischen und städtebaulichen Voraussetzungen, den Entwicklungsmöglichkeiten und vom Anspruch der zuständigen Behörden abhängig. Im Vortrag werden der Entstehungsprozess und die Ergebnisse sowie die Erfahrungen von ausgewählten Projekten aufgezeigt.

Unterstützt wird dieser Vortrag von
Frau Marcella Wenger-Di Gabriele

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Vita

Kunsthistorikerin, Co-Leiterin Haus der Farbe Zürich/Berlin Studium der Kunstgeschichte an der Universität Zürich. 1996 promovierte sie mit einer Dissertation über Dekorationsmalerei um 1900. Von 1986 bis 1999 hat sie im Bauforschungsteam der Firma Fontana & Fontana AG, Werkstätten für Malerei in Jona-Rapperswil gearbeitet. Von 1993 bis 1997 war sie Assistentin bei Prof. Werner Oechslin am Institut für Geschichte und Theorie der ETH Zürich. Seit 1999 ist sie Co-Leiterin am Haus der Farbe – Schule für Handwerk und Gestaltung in Zürich. Im Rahmen der Forschungswerkstatt vom Haus der Farbe hat Stefanie Wettstein gemeinsam mit Lino Sibillano verschiedene Publikationen zum Thema Farbgestaltung in der Architektur publiziert.