Farbtheorien des 20. und 21. Jahrhunderts? Künstler-Wissenschaftler in fluktuierenden Farbräumen



Prof. Dr. Peter Weibel



Freitag 26.09.
16.30 – 17.30 UHR

in Hörsaal Rot


Vita

Peter Weibel (* 5. März 1944 in Odessa, Ukraine)

Aufgewachsen in Oberösterreich studierte er zunächst für ein Jahr in Paris Französisch und französische Literatur, begann dann 1964 in Wien das Studium der Medizin, bis er zur Mathematik mit Schwerpunkt Logik wechselte.

Peter Weibels Werk lässt sich mehrheitlich in Kategorien der Konzeptkunst, der Performance, des Experimentalfilms, der Videokunst, Computerkunst und allgemein der Medienkunst fassen.

Ausgehend von semiotischen und linguistischen Überlegungen (Austin, Jakobson, Peirce, Wittgenstein u. a.) entwickelt Peter Weibel eine künstlerische Sprache, die ihn ab 1964 von der experimentellen Literatur zur Performance führt. In seinen performativen Aktionen untersucht er nicht nur die "Medien" Sprache und Körper, sondern auch Film, Video, Tonband und interaktive elektronische Umgebungen. Kritisch analysiert er ihre Funktion für die Konstruktion von Wirklichkeit. Neben Aktionen mit Vertretern der Wiener Gruppe und des Wiener Aktionismus – dem er den Namen gab – (Oswald Wiener, Günter Brus, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Rudolf Schwarzkogler), arbeitet er ab 1966 (zusammen mit Valie Export, Ernst Schmidt jr. und Hans Scheugl) an einem "erweiterten Kino", das die ideologischen und technischen Bedingungen filmischer Darstellung dekonstruierte. Den Begriff des "Expanded Cinema" verwenden Weibel und sein Umfeld erst ab 1968: Im Sommer 1968 hatte Weibel in Schweden, wo er jedes Jahr für ein paar Wochen in unterschiedlichen Fabriken arbeitete, George Maciunas' Expanded Arts Diagram entdeckt, das in der Zeitschrift film culture nr. 43 (Winter 1966) erschienen war.