Themenausstellung



Farben hören



BERGISCHE UNIVERSITÄT WUPPERTAL

DESIGN INTERAKTIVER MEDIEN



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Als Synästhesie wird dem Duden zufolge die „Miterregung eines Sinnesorgans bei Reizung eines anderen“ bezeichnet. Synästhetiker darf man sich demnach nennen, wenn man die Fähigkeit besitzt, unterschiedliche Töne in bunten Farben zu sehen. Dabei überlagert eine synästhetische Wahrnehmung nicht etwa einen anderen Wahrnehmungskanal, sondern ist zusätzlich vorhanden.

Schwer vorstellbar. Schon der russische Komponist Alexander Skrjabin versuchte 1915 mit seinem Farb-/Lichtklavier die synästhetische Wahrnehmung einem Publikum zu vermitteln. Damit nahm er eine große Herausforderung an. Sein Farb-/Lichtklavier sollte Töne in Farben und Formen übersetzen. Skrjabin ordnete dafür per Intuition jeder Tonart eine Farbe zu, in welcher der Saal erstrahlen sollte.

Wie aber kann es möglich sein, Farben zu hören, ohne Synästhetiker zu sein? Der farbenblinde Künstler Neil Harbisson nimmt Farben mit seinem Gehör wahr, obwohl er sie nicht sieht. Dies gelingt ihm mithilfe eines elektronischen Auges, das er sich in Form einer Antenne implantieren ließ. Jede Farbe hat eine eigene Schwingung und klingt daher anders. Über die Zeit lernte Harbisson Ton-Farb-Paar, mit deren Hilfe er seine Umwelt auf eine ihm ganz natürlich erscheinende Weise in Klängen wahrnehmen kann.

Das Exponat „Farben hören“ befasst sich mit der Erweiterung der sinnlichen Wahrnehmung durch einen zusätzlichen Sinneskanal. Es ermöglicht, ohne weitergehende Begabung mit Farben Musik zu komponieren.

Erweitern Sie Ihre Sinne und erkunden Sie die Möglichkeit, Farben nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören.